Das "Stader Tageblatt" berichtet über
die zweite Dorfwerkstatt

 

Karin Lankuttis, Redakteurin beim Stader Tageblatt, berichtet am 24.10.2017 auf der Internet-Plattform www.tageblatt.de über die zweite Dorf-Werkstatt in Nottensdorf. Hier trafen sich Bürger aus beiden Gemeinden, um schwerpunktmäßig Ideen und Vorschläge für zwei Kernthemen zu entwickeln. Neben dem Thema "Gemeinschaftszentrum", das auch einen neuen Schulstandort umfasst, ging es beim zweiten Punkt um "Grund- und Nahversorgung". Dieser hat kürzlich durch die Schließung des Dorfladens und die Aufgabe der Kreissparkassen-Filiale - beides in Bliedersdorf - eine besondere Brisanz erhalten! Der Artikel erscheint zusätzlich auch am 25.10.2017 in der Print-Ausgabe vom Stader Tageblatt. Hier können Abonnenten den Artikel auch direkt online beim Tageblatt aufrufen.


DORFWERKSTATT BLIEDERSDORF/NOTTENSDORF

Damit Schule und Laden im Dorf bleiben können

Eine Gruppe Zuhörer sammelt Argumente für und wider verschiedene Schulstandorte
und fragt nach Aufgaben eines Gemeinschaftszentrums

NOTTENSDORF. Die Zusammenarbeit der Gemeinden Bliedersdorf und Nottensdorf hat Schwung bekommen: Fast 50 Bürger biskutierten bei der zweiten Dorfwerkstatt darüber, wo eine neue Schule gebaut und wie der Laden in Bliedersdorf wiederbelebt werden könnte.

Von Karin Lankuttis

Die beiden Gemeinden haben sich als Region um die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen beworben. Der Antrag wurde zum 1. August abgegeben, und ein Bescheid wird erst zum April erwartet. Trotzdem geht die Arbeit weiter. Beide Dörfer wollen künftig enger kooperieren und Herausforderungen gemeinsam anpacken – auch wenn es keine Förderung gibt.

„Das ist ein Prozess, den wir jetzt beginnen“, begrüßte Nottensdorfs Bürgermeister Dierk Heins die Gäste im Dorfgemeinschaftshaus in Nottensdorf. „Auch wenn wir nicht in das Programm kommen, die Arbeit war nicht vergebens“, sagte Tobias Terne, der stellvertretende Bürgermeister aus Bliedersdorf. Bürgermeister Rainer Schulz fehlte wegen Krankheit.

Schulstandort von großem Interesse

Bei der ersten Dorfwerkstatt und in einer Redaktionsgruppe hatten bereits viele Bürger mitgewirkt. Für den Antrag haben sie eine Bestandsaufnahme der Dorfregion und Zukunftsvisionen entwickelt. Wolfgang Kleine-Limberg und Katja Hundertmark vom Büro „Mensch und Region“ aus Hannover begleiteten den Prozess und auch die zweite Werkstatt. Zwei Arbeitsgruppen gründeten sich, um die Themen zu vertiefen, eine Steuerungsgruppe wurde ins Leben gerufen. Diesmal interessierten sich die meisten für den Standort der Schule. Bisher hat die Grundschule Bliedersdorf-Nottensdorf zwei Standorte und ist in beiden Dörfern angesiedelt. Ein Neubau ist wegen der sanierungsbedürftigen Gebäude im Gespräch.

Weil der reine Schulbau nicht gefördert wird, hieß das Thema „Gemeinschaftszentrum“. Ein Gemeinschaftszentrum wäre eine Schule, die noch weitere Aufgaben erfüllt, zum Beispiel als Begegnungsstätte für Senioren oder für Vereine. Mit Fördermitteln könnte vielleicht auch eine größere Sporthalle gebaut werden. Welcher Bedarf da ist und was schon vorhanden ist, muss geklärt werden. Viele Fragen bleiben noch für die neue Arbeitsgruppe.


Eine Gruppe diskutiert über Chancen und Modelle für einen Laden in Bliedersdorf.

Die zweite Arbeitsgruppe heißt „Nahversorgung“, beschäftigt sich aber auch mit der Grundversorgung wie Geldautomat und Post. Das Thema hat für die Bliedersdorfer an Bedeutung gewonnen, seit der kleine Supermarkt zum September geschlossen hat. „Das war auch ein Treffpunkt, wo man einfach mal klönen konnte“, sagte Hans-Jürgen Feindt. Wolfgang Kleine-Limberg informierte die Gruppe zunächst über die vielen Möglichkeiten, die es gibt – vom multifunktionalen, kooperativ betriebenen Dorfladen bis hin zum sozialen Betrieb mit behinderten Menschen. Die neue Arbeitsgruppe will sich weiter informieren, Beispiele angucken, Betreiber und regionale Erzeuger fragen und möglichst bald einen Nachfolger finden. Für die Nottensdorfer arbeitet Ratsherr Hartmut Huber mit. Er betreibt den Rewe-Markt in Horneburg.

Kerngruppe koordiniert das Gesamtprojekt

Jeweils etwa zehn Teilnehmer haben sich für die Arbeitsgruppen eingetragen, die jetzt selbst organisiert weiterarbeiten wollen. Die bisherige Redaktion macht als übergeordnete, sogenannte „Kerngruppe“ weiter.

„Wir koordinieren und steuern das gesamte Projekt“, sagt Hans-Jürgen Feindt. Die Kerngruppe wird voraussichtlich weitere Arbeitsgruppen gründen. Interessierte können sich bei Gunda Kiefaber im Horneburger Rathaus unter der Durchwahl 0 41 63 / 80 79 48 informieren. Detaillierte Informationen dazu stehen auch im Internet: www.Bliedersdorf.de

Ansprechpartner

Arbeitsgruppe Gemeinschaftszentrum: Rektorin Kerstin Golon und Rathausmitarbeiter Knut Willenbockel

Arbeitsgruppe Nahversorgung: Ratsherr Hartmut Huber (Nottensdorf) und Ratsherr Heinrich Klensang (Bliedersdorf)

Kerngruppe: Hans-Jürgen Feindt (Bliedersdorf) und Bürgermeister Dierk Heins (Nottensdorf)


Ideen zum Schulstandort

BLIEDERSDORF / NOTTENSDORF. Vier vorläufige Standorte waren für einen Schulneubau im Gespräch. In Bliedersdorf könnte gegenüber vom Dorfgemeinschaftshaus auf dem Sportplatz ein Neubau entstehen. Der Sportplatz würde verkleinert zu einer Sportfläche für Grundschüler. Eine kleine Schulsporthalle entstünde gleich daneben, wo jetzt die Schule steht. „Da wäre alles zusammen, das wäre ein Vorteil“, sagte Rektorin Kerstin Golon auf den ersten Blick.

In Nottensdorf sei es zerstückelter. Dort hätte ein Neubau Platz zwischen Tennisplätzen, Dorfgemeinschaftshaus und der Sporthalle des „Squash- und Freizeitparks“. Eine Kooperation mit dem privaten Betreiber wäre vielleicht möglich. Gleich daneben auf dem jetzigen Erdbeerfeld an der B 73 könnte ein Sportplatz und gegebenenfalls auch eine kleine Sporthalle gebaut werden. Außerdem schließt der Nottensdorfer Freizeitpark an das Gelände an. „Wir könnten an Bestehendes anknüpfen und hätten vielfältige Freizeitangebote“, sagte Dierk Heins gegenüber dem TAGEBLATT. Erweiterungsflächen für die zukünftige Entwicklung seien vorhanden.

Tobias Terne favorisiert eine dritte Option, irgendwo an der Nottensdorfer Straße, vielleicht neben dem bestehenden Sportplatz und Kindergarten in Bliedersdorf. Auch die Mitte zwischen beiden Orten auf der grünen Wiese war ein Vorschlag. Da fehlen bisher aber Grundstücke und Infrastruktur.

„Wir haben in viele Richtungen diskutiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht“, freute sich Terne. Moderatorin Katja Hundertmark lobte die „konstruktive und sachliche Atmosphäre“. Feindseligkeiten zwischen den Orten waren nicht zu spüren. Auch Bliedersdorfer Mütter waren dem Nottensdorfer Standort nicht abgeneigt. „In Bliedersdorf ist der Platz beschränkter“, meinte Andrea Bremer. Aber eine gute Busverbindung müsste sein. „Und auf jeden Fall Ganztagsbetreuung“, ergänzte Stefanie Steyrer. (kal)



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